Die ägyptische Muslimbruderschaft ist seit der Parlamentswahl 2011/2012 vor Probleme gestellt, die sie in dieser Art und Weise bisher nicht kannte. Interne Debatten werdenöffentlich geführt und rezipiert, der Mythos der einzig ernstzunehmenden Oppositionskraft ist verschwunden, das pluralistische Parteienspektrum zwingt zu neuen Positionierungen. Und jetzt auch noch die Präsidentschaftskandidatur.
Kürzlich bei Facebook – Das BMZ und die Gates-Stiftung vereinbaren eine Zusammenarbeit beim Thema Familienplanung. Die Bildunterschrift entbehrt nicht einer gewissen Ironie…
Ich weiß nicht, was Frau Wöhrl tatsächlich während dieser ominösen Reise mit dem Entwickungshilfeminister gemacht hat. Man hört dies und jenes. Und genau dieses und jenes wird jetzt als “Transparenz” verkauft. Man findet dazu alles – und das ist lobenswert – auf der Seite von Frau Wöhrl. Nämlich hier und hier und hier in Kommentierung durch eine PR Agentur, die auf ihrer Referenzliste durchaus auch die CDU Bremen hat. Alles eigentlich nicht so dramatisch. Nur der ein paar Sätze des Autors des Kommentars (Torben Tost) mit dem Titel: “Transparenz bei Politiker: So wird das gemacht” können verwundern: “Ihre Anmerkungen erscheinen glaubwürdig und sind so ausführlich, dass sich der Leser sehr gut in die Situation hineinversetzen kann. Es bleibt kein negativer Beigeschmack oder das Gefühl, Wöhrl versuche etwas zu verbergen. Als Leser gewinnt man eher den Eindruck: Der SPIEGEL wollte von Anfang an genau diese Story und hat deshalb bestimmte Situationen sehr subjektiv ausgelegt.
Festzuhalten bleibt: Dagmar Wöhrl hat die Möglichkeiten von Kommunikation im Internet exzellent genutzt. Sie reagiert zeitnah auf einen aufkommenden Skandal und schildert offen, ehrlich und – wie es scheint – auch vollständig die Geschehnisse rund um die Dienstreise. Sie arbeitet transparent. Was andere Politiker ankündigen und dann nicht halten, funktioniert hier reibungslos. Und die Sache scheint damit erledigt. Ziel erreicht.”
Nicht falsch verstehen, ich finde es ja auch gut, wenn Politiker das Netz nutzen. Aber das kann doch eigentlich immer nur Information in “eigener” Sache sein. “Ziel erreicht” klingt gerade dann sehr nach “wir beginnen mal ein positives (PR-) Grundrauschen mit einem lobenden Kommentar der auch noch Internetkompetenz ausstrahlt”, wenn der Kommentator meint, dass Frau Wöhrls Anmerkungen “glaubwürdig” “erscheinen” und obendrein noch “ausführlich” sind. Das macht es doch nicht wirklich besser. Ob die Aussagen von Frau Wöhrl glaubwürdig sind, wäre anhand von Aussagen der im Umfeld der Reise tätigen Personen sicherlich besser zu beurteilen, als anhand der Ausführlichkeit der Reaktion von Frau Wöhrl. Aber anscheinend ist hier Ausführlich gleich Glaubwürdig.
Ich war bei dieser Reise nicht dabei und ehrlich gesagt zweifle ich manchmal an dem Sinn und Zweck dieser Abgeordnetenreisen. Was mich aber noch mehr stört ist, dass nun anhand einer ganz normalen PR Maßnahme ein Exempel für den vorbildhaften Umgang “in den CSU-Reihen” mit Social-Media oder “dem” Internet oder was auch immer statuiert wird. Die Kampagne, die mit diesem Kommentar beginnen soll, die hat ihr Ziel – unabhängig von der Glaubwürdigkeit der Aussagen von Frau Wöhrl – sicherlich erreicht.
Mein Vortrag für die Session zum Arabischen Frühling, Web 2.0 und Gedanken zu einer modernen Struktur der Öffentlichkeit. Die Session stellt Überlegungen dar und diese sind sicherlich nicht abschließend! Anregungen sind herzlich willkommen!
Christian Thuselt, einer der Autoren von Fokus-Nahost.de, diskutiert die Wirksamkeit internationaler Sanktionen gegen autoritäre Regime am Beispiel Libyens. Ein interessanter und diskutabler Debattenbeitrag von einem streitbaren Erlanger Politikwissenschaftler.
Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren… http://www.fokus-nahost.de/?p=391
In einem sehr interessanten und informativen Artikel analysiert Thomas Demmelhuber die Situation am Golf. Gerade in den rentierstaatlich geprägten Golfmonarchien hat sich der arabische Frühling nicht in der selben Weise geäußert, wie in den autoritären Republiken Ägypten, Tunesien oder Syrien. Viel wichtiger ist am Golf die Frage der regionalen Hegemonie und die wird zwischen Iran und Saudi-Arabien diskutiert. Die Debatte um die Schließung der Straße von Hormuz und die Möglichkeit einer iranischen Atombombe beschreibt Gastautor Thomas Demmelhuber auf www.fokus-nahost.de
On January 31st. a protest march heading to the egyptian parliament was blocked by Members of the Muslim Brotherhood. See some video coverage of this event here. Follow the statements of the Ikhwan and the coverage in Masry al-Youm.
Bei Facebook wird ja vielfach der Verbesserungsvorschlag von Google Translate zu dem Satz “men are men and men should clean the house” gepostet. Hier die Übersetzung ins Deutsche von Google Translate.
In der aktuellen Ausgabe der deutschsprachigen „WIRED“ kommentiert Richard Gutjahr auf interessante Weise die Entwicklung eines so genannten „Silicon Valley“ in Israel. Der Kommentar ist durchaus lesenswert, beinhaltet aber eine Einleitung, die diskutabel ist: “Nach Tunesien, Ägypten und anderen Nachbarstaaten hatte also auch Israel seine Facebook-Revolution.” Dieser Satz klingt so einfach und er passt hervorragend in die schöne neue Welt, die sich durch Begriffe wie Web 2/3/4.0, Twitter und Social Media so simpel, wie unzureichend beschreiben lässt. Es klingt nach Revolution, nach Umsturz vorhandener Systeme der Unterdrückung. Nach demokratischem Diskurs, an dem endlich auch diejenigen Teilnehmen können, die der deliberativ-kooperative Ansatz ebenso vergessen hat, wie das bürgerlich-liberale Konzept sie nicht teilhaben lässt.